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Station 1 – Greifswald

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Von Wasser und Wetter

Greifswald ist die Stadt meines Lieblingsmalers: Casper David Friedrich. An ihm kommt man hier nicht vorbei. Es gibt ihn als Statue, einen über ihn, sein Leben und seine Werke informierenden Bildwanderweg und das große Casper David Friedrich Zentrum. Und wenn man ebenfalls ein wenig romantisch veranlagt ist, fällt es einem recht leicht, zu verstehen, warum einer der größten deutschen Maler der Romantik seine Heimatstadt so inspirierend fand: Sie hat eine ganz besondere Atmosphäre. Hauptgründe hierfür sind die historischen Bauten der Altstadt und die Anbindung ans Meer.

Als ich im Oktober 2017 in Greifswald war, hatten wir ein sehr besonderes Wetter. Einerseits war es einer dieser goldenen Herbsttage mit einem ganz fantastischen Licht, zum anderen zogen in regelmäßigen Abständen Unwetter über die Stadt hinweg und tauchten den Himmel dann immer kurzzeitig in ein tief dunkles Blaugrau. Es war, als würden immer wieder Spots auf spezielle Gebäude gerichtet. Der Marktplatz, das alte Rathaus, die Marienkirche, die mittelalterlichen Wohnbauten – sie alle wurden nacheinander vom Licht "präsentiert".

Doch, was ich Euch neben dem klassischen Sightseeing besonders empfehlen kann und was bei diesem Wetter am meisten Spaß gemacht hat, ist eine Wanderung nach Wieck. Wieck ist ein kleiner Ortsteil von Greifswald und liegt direkt am Meer. Ihr startet am historischen Hafen von Greifswald, dort, wo der Hansering über den Ryck führt. Von hier aus könnt Ihr am Wasser entlang bis nach Wieck durchlaufen. Je nachdem, wie gut Ihr zu Fuß seid, solltet Ihr für die rund 5 km lange Strecke ein bis zwei Stunden Zeit einplanen. Hier geht es auch nicht um Sport, sondern darum, die Landschaft zu genießen. Fotos zu machen. Die Seele baumeln zu lassen...

In Wieck angekommen lauft Ihr direkt auf ein weiteres Highlight zu: die historische Holz-Klappbrücke aus dem Jahr 1887. Sie verbindet seitdem die beiden Ortsteile Wieck und Eldena miteinander. Dies ist umso bedeutsamer, da sie die einzige Verbindung innerhalb eines großen Umkreises darstellt und die vielen Jahrhunderte zuvor, während derer die Region bereits besiedelt und durch das Kloster Eldena geprägt war, auf andere, umständlichere Lösungen hatte zurückgegriffen werden müssen.

Von der Brücke sind es nur wenige Hundert Meter bis zur Klosterruine, die bis heute überdauert hat. Casper David Friedrich nahm sie als Inspiration für sein bekanntes Gemälde "Abtei im Eichenwald". Und warum, das versteht Ihr, wenn Ihr sie vor Ort gesehen habt.

Viel Spaß beim Entdecken!

Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

 

Das Casper-David-Friedrich-Zentrum hat von Juni bis Oktober dienstags bis sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und von November bis Mai dienstags bis samstags von 11:00 bis 17:00 Uhr. Hinzu kommen Sonderöffnungszeiten zu besonderen Anlässen.

Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3,50 Euro.


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