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Das Alte Backhaus

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An der Spiegelung auf dem Bild ist zu erkennen, dass die Schlagseite des Hauses mit großen Acrylglasplatten vor der starken Witterung geschützt werden musste. Foto: Deborah Zarnke
An der Spiegelung auf dem Bild ist zu erkennen, dass die Schlagseite des Hauses mit großen Acrylglasplatten vor der starken Witterung geschützt werden musste. Foto: Deborah Zarnke

Heimat für altes Handwerk

Neulich habe ich Euch die Georgskapelle in Heidesheim vorgestellt, die nur bewahrt werden konnte, weil sich ein Förderverein gegründet hat. Diese Situation haben wir sehr oft in Deutschland und nicht oft genug wissen wir sie zu schätzen. Allein mehrere Hundert Heimatvereine gibt es in Nordrhein-Westfalen. Viele von ihnen sind als die klassischen Schützenvereine oder Reit- und Fahrvereine im ausgehenden 19. oder frühen 20. Jahrhundert entstanden, viele von ihnen sind aber auch Neugründungen jüngeren Datums. Sie alle haben dabei jedoch eine Sache gemeinsam: Sie bewahren unser Brauchtum. Dabei ist es egal, ob es sich um alte Trachten, alte Dialekte (Platt), alte Tänze, alte Musik oder altes Brauchtum als solches (Maikranzbinden, Neujahrskuchen backen usw.) handelt. Sie alle erhalten auf ihre eigene Weise ein Stück unserer Kultur. Und das entweder direkt mit offiziellen Stellen (beispielsweise der Denkmalbehörde) zusammen oder – und das sind in meinen Augen die Fälle, die ein besonderes Lob verdienen – dort, wo offizielle Stellen aus den verschiedensten Gründen (von Kapazitätenmangel bis Desinteresse) nicht greifen.

So hat im Falle des Alten Backhauses in Bad Berleburg der Heimat- und Verkehrsverein Bad Berleburg e.V. ein denkmalgeschütztes Backhaus durch das gerade noch rechtzeitige Translozieren ("Umsiedeln") vor dem endgültigen Verfall gerettet. Ähnlich, wie man es sonst nur von großen Freilichtmuseen kennt, wurde hier Stein für Stein und Balken für Balken im Ortsteil Rinthe abgetragen und in mühseliger Kleinarbeit an der Espequelle, auf dem vereinseigenen Gelände, wieder aufgebaut. Schwierigstes Stück war dabei der voluminöse historische Ofen. Das Ergebnis kann sich jedoch nicht nur sehen lassen, sondern ist seit geraumer Zeit auch wieder in Betrieb. Zu besonderen Anlässen (oder auf Anfrage) wird nun im Alten Backhaus wieder gebacken. Von Hand. In einem mit Holz betriebenen Ofen, dessen Tücke es ist, genau die richtige Temperatur zu erwischen. Old school sozusagen. So konnte nicht nur ein historisches Gebäude bewahrt werden, sondern Kinder (und natürlich auch alle interessierten Erwachsenen) bekommen hier noch ein altes Handwerk vermittelt, das in Zeiten der Industriebäckerei in Vergessenheit zu geraten droht.

Danke an dieser Stelle an den Verein und besonders an den 1. Vorsitzenden Heiner Trapp und Brigitte Schreiber, die uns an einem Sonntagabend sehr herzlich empfangen haben und uns von ihrem Projekt berichteten.

Wenn Ihr jetzt noch mehr zum Alten Backhaus und zu unserem Ausflug lesen wollt, dann schaut doch auch gerne bei der Daniela vom Blog Wilde Hilde vorbei. Den Link findet Ihr weiter unten.

Altes Backhaus, Bad Berleburg, Siegerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

 

Das Alte Backhaus ist nur im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen sowie auf Anfrage zugänglich.

Das Kneippbecken ist in den Sommermonaten in Betrieb und rund um die Uhr zugänglich.

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